Reading Sarah Palin’s »Going Rogue« …so you don’t have to.
Sarah Palin hat ein Buch geschrieben veröffentlicht! Schon klar, nichts neues. Aber: Joey Goebel hat es gelesen und kommt nach über 400 Seiten zu dem folgenden Schluss:
Die einzig überraschende Stelle: Palin gibt zu, dass sie kurz an Abtreibung dachte, als sie erfuhr, dass das Kind in ihrem Bauch das Down-Syndrom hat. Daher könne sie nun Abtreibungsbefürworter besser verstehen. Für jemanden, der so weit rechts steht, ist so eine Aussage politisch ziemlich riskant.
Annie Lowrey hat sich derweil auf die Suche nach Passagen über Welt- und US-Außenpolitik in „Going Rogue“ gemacht und bilanziert:
Rather than admitting her campaign mistakes and showing some newfound heft, Palin defends her old foreign-policy canards. While denying that she ever said „I can see Russia from my house“ (that was Fey), she reiterates her zany commentary on Russia’s proximity to Alaska. [...] Ultimately, Going Rogue goes rogue as a political memoir, demonstrating what can only be described as a persistent and guileless lack of knowledge of even basic foreign-policy or domestic political issues.
Wer übrigens noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk ist, der ist bei „Going Rogue“ zu spät dran. „Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 4 Wochen“, heißt es bei amazon.de. Was dann wohl auch einiges über das deutsche Interesse an Palins Buch aussagt. (Unterschätzen wir die Frau?)
"Abtreibung = Mord an Frauen" – Gibt es den rechten Feminismus?
TV-Moderatorin Elizabeth Hasselbeck (die konservative Stimme in der Frauen-Talksendung „The View“) spricht auf einer Wahlveranstaltung in Florida die einleitenden Worte vor dem Auftritt der Republikaner-Vizekandidatin Sarah Palin. Zitatschnipsel:
I have to thank the governor because she gave a speech about issues important to all women. She talked about equal pay for equal work, putting an end to honor killings, aiding women who are being exploited in the sex trade, and ending policies that sanction abortion of a country’s unborn daughters.
(Hervorhebung hinzugefügt)
Interessant, wie hier das Recht auf Schwangeschaftsabbruch (unumstritten wohl eines der wesentlichen Errungenschaften Anliegen der feministischen Bewegung) aus einer Position der Frauenrechte argumentierend angegriffen wird und abgeschafft werden soll.
Aha: Die Ablehnung der Abtreibung ist in USA nicht nur Sache der Mieslinge, sondern mindestens auch der Mieslinginnen… was dann wohl wieder ein großes Stück Kuchen für die Gleichberechtigung wäre.
Aber mal ernsthaft: in Deutschland hat Alice Schwarzer immer wieder darauf hingewiesen, dass Feminismus (auch wenn das hierzulande oft so wirkt) nicht per se „links“ sei. Zuletzt zum Beispiel in der Börne-Preis-Rede, als es um Stellvertreterpolitik ging. Aber kann von einem „rechten“ Feminismus gesprochen werden?
Vergleichen Sie dazu auch: Caryl Rivers Kommentar zu Ann Coulter, der Königin der konservativen Polemik: „The Right-Wing Feminist Success Story“. Weiterhin ist noch Tammy Bruce zu nennen (Bruce über Bruce: „openly gay, pro-choice, gun owning, pro-death penalty, voted-for-President Reagan progressive feminist“, anti-Hillary-Clinton, pro-Rudy-Giuliani, und, wie Hasselbeck, pro-Sarah-Palin).
Politische Analyse des Tages (1):
Sarah Palin war auf ihre VP-Nominierung nicht hinlänglich vorbereitet. Ansonsten würde ihre offizielle Website nicht seit gefühlten zwei Stunden zusammengebrochen sein.
[Nachtrag:] Quod erat demonstrandum.
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