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Lieblingslied des Tages: 8bit-Chillwave mit »Hans Kruger« von Kumon Plaza (&: kostenloser Download des Albums)

Posted in popkultur by oskar piegsa on 22. Juni 2010

Abb.: Cover des (ausschließlich digital veröffentlichten) Debütalbums von Kumon Plaza.

Bestimmt ist der Polarforscher gemeint. Hans Krüger. Nicht der CDU-Politiker selben Namens, oder der SPD-Politiker, oder der anstrengende Berliner Komiker. Oder gar irgendein Emigrant, der seine Ü-Tüpfelchen aufgegeben hat. Sondern Hans Kurt Erich Krüger, der Grönlands Disko-Bucht (sic!) erforschte und seit März 1930 als verschollen gilt. Das jedenfalls wäre eine nette Geschichte für einen meiner aktuellen Lieblingssongs:

»Hans Kruger« von Kumon Plaza ist mit seinen panflötigen Synths, der gedämpften Bassdrum und dem Vogelgezwitscher ganz dicht an der Grenze zum Ambient-Kitsch. Erste Assoziation: Chillwave. (Und was ist das jetzt schon wieder?) Weil die Melodielinie des instrumentalen Stückes aber nicht von Harfen oder Geigen, sondern von einem Gameboy gespielt wird, kann man den Song guten Gewissens hören, würde ich sagen. Und wenn nicht: Na, dann ist der Track trotzdem schöön. Mit zwei »ö«.

»Hans Kruger« und »Cliff«, das hörenswerte Debütalbum des Kanadiers Dylan Khotin-Foote, alias Kumon Plaza, auf dem der Song enthalten ist, können kostenlos aus dem Netz geladen werden. Dort gibt es dann auch Lieder mit Titeln wie »Kiwi Island« und »Red Square« – als Gegengewicht zum Grönland-Song?

Download: »Cliff« von Kumon Plaza (auf Bandcamp.com)

Mehr: Kumon Plaza bei MySpace // Dylan Khotin-Foote bei Twitter

Lektionen des Alltags: Klassik-Blogs ≠ Pop-Blogs

Posted in rest by oskar piegsa on 16. Dezember 2009

Kulturelle Unterschiede, auf die ich mit etwas Nachdenken auch selbst hätte kommen können: Während zigtausend Pop-Blogs nicht nur Artikel über Popmusik veröffentlichen, sondern die Musik auch gleich (legal/illegal) als MP3 zum Download anbieten, gibt es Klassik-Blogs, die nicht nur Artikel über klassische Musik veröffentlichen, sondern die Musik auch gleich (legal/illegal)… als Partitur zum Download anbieten. Hier zum Beispiel. Hilft mir jetzt aber irgendwie auch nicht weiter, angesichts meiner zeitgenössischen Unbildung.

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“Musical Minds”: Eine amerikanische TV-Doku erzählt unglaubliche Geschichten über Musik und Neurologie

Posted in rest by oskar piegsa on 18. November 2009

Derek Paravicini kann Zahlen über zehn nur mit Mühe zählen, Lieder aber nach einmaligem Hören auf dem Klavier nachspielen. Anne Barker kommt aus einer musikalischen Familie, ist aber nicht in der Lage, Melodien zu hören. Und Tony Cicoria interessierte sich nicht besonders für klassische Musik — bis er vom Blitz getroffen wurde und seitdem rege komponiert. “Musical Minds”, ein TV-Dokumentarfilm des amerikanischen Public Broadcasting System, erzählt nahezu unglaubliche Geschichten darüber, was Musik mit unseren Gehirne machen, unsere Gehirne mit Musik — oder nicht. Mit Kommentaren des Neurologen Oliver Sacks.

Die weiteren Teile der Sendung gibt es nach dem Umbruch: (weiterlesen…)

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Breaking News: Second Life doch noch nicht tot! Das 80s-Revival darf offenbar alles…

Posted in popkultur, quick thought by oskar piegsa on 13. September 2009

Kantige Polygon-Damen in Unterwäsche sind sooo 2007? Offenbar nicht. Seitdem es wieder okay ist, weiße Anzüge zu tragen, seitdem jede zweite neue Band Synthie-Pop spielt und seitdem YouTube mit Musikvideos voller pinker, kosmischer Nebel verstopft, kommt jetzt die nächste ästhetische Fürchterlichkeit zurück. Und obwohl auch ich mir schwor, niemals auf den 80er-Schmonz reinzufallen, muss ich sagen: ich finde langsam gefallen an dem Style.

Das Video zu “Shooting Stars” von Bag Raiders* erinnert mich auch an Akte X plus GTA Vice City, abzüglich der Gewalt und Ambivalenz. Und im Vergleich zum thematisch ähnlich gelagerten Video des heimlichen All-Time-Favorites “Tainted Love” haben die das heute mit der Farbsättigung echt gut drauf…

*interessanter Name übrigens: Lara Croft in männlich-metrosexuell — geplündert werden Handtaschen, nicht Grabkammern. Das ist auch besser für die Fingernägel.
[gefunden im Blog des in diesem Zusammenhang ebenfalls austestungswürdigen Star Smith]

Weezer: jetzt noch geekiger! Das 8bit-Tribute-Album.

Posted in popkultur by oskar piegsa on 3. September 2009

weezer 8 bit

Es lief natürlich schon vor Monaten groß im Nerdcore-Blog, aber, mein Gott, wer ackert schon diszipliniert seine RSS-Feeds durch. Deshalb erst jetzt (und: anderswo) entdeckt: ein Tribute-Album mit 8bit-Cover-Versionen von Weezer-Songs! Ich bin damals nach großer Begeisterung über diese Band zu Schulzeiten nach dem Green Album ausgestiegen, doch das 8bit-Album enthält viele schöne Coverversionen auch der älteren Lieder.

Schon toll: Weezer, die Band, für die das Genre Geekrock damals im Grunde genommen erfunden worden ist, klingt jetzt noch geekiger! Sie klingen nicht mehr so als würden sie den ganzen Tag Computer spielen — sie klingen wie Computerspiele! Und dabei gar nicht so schlecht: Der Opener „Island in the Sun“ (im Remix von Videogame Orchestra) ist ein Hit und fast besser als das Original. „In the Garage“ (im Remix von OxygenStar) überzeugt mich besonders, weil es tatsächlich nach „Super Mario Bros.“ klingt und „Buddy Holly“ (von nordloef) drückt so doll und stumpf, dass es fast von Scooter seien könnte. Was nicht bedeutet, dass ich nicht auch dazu tanzen würde. Hier gibt’s das ganze Album kostenlos zum Download.

Ach so, und: wer dieses Weezer-Album gut findet, der sollte ruhig auch die Band Math austesten – lebensbejahende 8bit-ähnliche Popmusik mit Gesang aus Neu England. Super.

Let it be known: achtmilliarden ♥s 8bit.

Ohne Worte:

Posted in amerika, deutschland by oskar piegsa on 21. August 2009

Musik, Gehirne, Identität, Digitalien: Interview mit dem Neurologen Oliver Sacks

Posted in quick thought by oskar piegsa on 2. August 2009

Über den Einfluss von Musik aufs Hirn schreibt Neurologe Oliver Sacks in einem Buch — und gibt eine Schnelleinführung zu einigen Fragestellungen im Interview mit Harper’s. Neben der dort nachzulesenden Diskussion der Möglichkeit einer musikalischen Umerziehung à la “A Clockwork Orange”, hier zwei Denkanstöße: erstens zur Rolle von Musik in der Ausbildung (kollektiver) Identität, die mich u.a. im Zusammenhang mit der Rolle der Musik in der Herausbildung subkultureller Gruppenidentitäten (und der womöglichen Wegentwicklung von der musikbasierten Sub-/Jugendkultur?) interessiert…

Sharing music is one of the most powerful ways humans bond together, and this has obvious survival value. We still use music in this way, to come together in singing religious songs, holiday music, national anthems, protest songs, even “Happy Birthday.”

…und zweitens eine musikologische Variante der “Is Google making us stoopid?”-Frage: die unterstellte Ausweitung unseres Wissens im Vergleich zu früheren Generationen, bei gleichzeitiger “Abflachung”.

[O]ur exposure to different types of music, and hence our musical literacy, has certainly expanded, but perhaps at a cost. As Daniel Levitin has pointed out, passive listening has largely replaced active music-making. Now that we can listen to anything we like on our iPods, we have less motivation to go to concerts or churches or synagogues, less occasion to sing together. This is unfortunate, because music-making engages much more of our brains than simply listening.

Hier würden mich insb. die Unterschiede zwischen dem klassischen “Musik machen” (aka.: Luft in Schwingung zu bringen um so konsertierten Verständnissen von Wohlklang zu entsprechen) und dem Generation-iPod-mäßigeren “Musik bearbeiten” (aka. in DJ-Sets und Mixtapes arrangieren, samplen, remixen, Karaoke) interessieren. Sind die notwendigen Fähigkeiten vergleichbar? Gar nicht? Was ändert sich, wenn wir uns weiterhin intensiv mit Musik beschäftigen und Musik kreieren, aber eben nicht mehr körperlich?

[Interview-Link gefunden bei Andrew Sullivan]

Crash, Crash, Boom, Crash. Johannes Kreidler komponiert den Soundtrack zur Krise.

Posted in amerika, deutschland, rest by oskar piegsa on 26. Januar 2009

Die Krise kann man jetzt auch tanzen! Johannes Kreidler hat die abstürzenden Aktienkurse von Lehman Brothers, Bank of America, General Motors und anderen vertont. “Die schönsten Melodien scheibt das Leben selbst!”, kommentiert Kreidler seine Arbeit “Charts” auf seiner Website. “Und Krisenzeiten sind immer gute Zeiten für die Kunst.”

Zuletzt hat sich Kreidler unter anderem kritisch mit dem Urheberrecht auseinandergesetzt und einen Song aus 72.000 Samples zusammengesetzt, die er alle einzeln bei der GEMA zu registrieren versuchte. Ich habe ihn damals für den ZUENDER interviewt, hier der entsprechende Artikel.

Bevor niemand mehr was von "Wahlkampf" hören will…

Posted in amerika, politik by oskar piegsa on 5. November 2008

…schnell noch das hier lesen, bitte:

  1. Das Popmagazin Spex räumte in der aktuellen Ausgabe eine Seite frei, damit ich den Country-Sänger John Mellencamp vorab zum Sieger des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs ausrufen konnte. Der ganze Text über Musik im amerikanischen Wahlkampf ist jetzt auch online verfügbar.
  2. Das sehr gute Blog USA erklärt (es ist mir ein Rätsel, warum dessen Autor Scot Stevenson noch nicht von der Printpresse als Kolumnist weg gekauft wurde) wird im Tagesspiegel gefeiert. Mit Foto! (Fotos von Bloggern haben einen ähnlichen Effekt wie Literaturverfilmungen.)
  3. This. Fucking. Election. Grafische Wahlkampf-Retrospektive in Schlagworten und dicken Buchstaben. Beautiful, beautiful, beautiful.
  4. Und nochmal was von mir: Blogs im Wahlkampf: Die Schlacht im Netz ist vorbei. Vorerst. Auf ZEIT Online. Klick.
  5. Auch das noch: Fotos von der Wahlparty in Hamburg. Im Zuender-Blog. Klick.

Kreidler gegen GEMA: Der Papierkriegserklärung folgte die Tat.

Posted in medien by oskar piegsa on 15. September 2008

Erst war ich ein bisschen skeptisch, als Johannes Kreidler beim zuender-Interview meine Frage, wieviele Druckerpatronen man verschleißt, wenn man 72.000 GEMA-Formulare  ausdruckt, nicht beantworten wollte. Ein Fake? Nö. Freitag machte er ernst.

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