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Feminismus mit Eiern (in jeder Hinsicht) im neuen Missy Magazine

Veröffentlicht in medien von oskar piegsa am 20. Februar 2012

Abb. 1: Das neue Missy Magazine (Ausgabe 1/2012)

Hui! Da ist ganz schön viel Penis im neuen Missy Magazine, in das sonst fast nur Frauen dürfen. Zum einen liegt das an der Bildstrecke nackter, starker, tätowierter Männer in Pin-Up-Posen, die Paula Winkler fotografiert hat.

Zum anderen am zähnefletschend old-school-feministischen Mark Greif, den wiederholten Verbeugungen vor Heinz Erhard im Dossier über “Frauen und Comedy” und dem wilhelminischen Schnauzbartträger auf dem Heftrücken.

Ich habe einen etwas irrlichternden Text über The Good Men Project und The Guy’s Guide to Feminism beigetragen, dessen Titel ebenfalls stark ins Genitale zielt: “Feminismus mit Eiern”.

Ab heute ist das Heft im Zeitschriftenfachhandel erhältlich. Es sieht von außen aus wie siehe oben und kann wie siehe unten aufgeblättert werden. Viel Vergnügen.

[Nachtrag, 16:30 Uhr:] Morgen, am Dienstag, 21. Februar 2012, läuft auf byte.fm mittags ein von der Missy-Redaktion zusammengestelltes “Mixtape”. Ich durfte mir einen Song aussuchen und habe mir “212″ von Azealia Banks gewünscht. Weil das ein ganzganz fantastischer Track ist. Und weil der Text gut zum Text passt: “What’s your dick like, homie?”

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Die Draufgängerin – Nellie Bly lebte gefährlich, glamourös und war erfolgreicher, als für Frauen im 19. Jhd. vorgesehen (Archiv, 2010)

Veröffentlicht in amerika, medien von oskar piegsa am 5. Oktober 2011

124 Jahre hat es gedauert, bis Nellie Blys Reportage “Ten Days in a Mad-House” jetzt auch in einer deutschen Übersetzung als Buch erschienen ist (Buch hier, Leseprobe hier, Originalvolltext hier). Im Jahr 1887, als Frauen im Journalismus noch selten waren, schlich sich Bly unter Vortäuschung einer Krankheit in eine New Yorker Frauenpsychiatrie ein – und entlarvte menschenunwürdige Zustände. Im folgenden eine kleine, hagiographische Würdigung, die ich vor einiger Zeit für das Missy Magazine geschrieben habe (erschienen in Ausgabe 1/2010):

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Nellie Bly, kurz vor ihrer Weltreise

Am 14. November 1889, dem wichtigsten Tag ihres Lebens, hing Nellie Bly über der Reling eines Transatlantikdampfers und kotzte. Die gerade mal 25 Jahre alte Reporterin war angetreten, um Phileas Fogg zu schlagen, der im Roman von Jules Vernes in 80 Tagen die Welt umreist. Nellie Bly wollte schneller sein – im echten Leben, im Winter, als Frau. Dass sie dabei erst einmal seekrank wurde, dokumentierte Bly später schonungslos – aber mit filigraner Wortwahl. „Ich beugte mich blindlings nach unten“, heißt es zu Beginn ihres Reiseberichts, „blieb unbeeindruckt davon, was mir die wilden Wellen riefen und machte meinen Gefühlen Luft.“

Eigentlich hätte Bly gar nicht um die Welt reisen sollen. Als die Idee in der Redaktion der New York World die Runde machte, waren die Kollegen skeptisch. Eine Frau auf Weltreise? Ohne männliche Begleitung? Wer würde ihre vielen Koffer tragen? Bly blieb hartnäckig und setzte sich gegen die älteren Männer durch. Sie reiste allein. Mit leichtem Gepäck. Und begleitet von so großem Medieninteresse, dass eine Konkurrenz-Zeitung Reedereien bestach, um Blys rechtzeitige Heimkehr zu vereiteln. Sie schaffte es dennoch: New York, Ägypten, Jemen, Sri Lanka, Hong Kong, New York, in 72 Tagen, sechs Stunden und elf Minuten. Danach war Bly ein Star. Selbst Jules Verne schrieb ein Gratulationstelegramm.

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Missy, Die neue:

Veröffentlicht in medien von oskar piegsa am 23. Februar 2010


Die neue Ausgabe des Missy Magazine
liegt ab sofort an (Bahnhofs-) Kiosken aus. Drinnen: Fast genau hundert Seiten »Popkultur für Frauen«. Männer und geschlechtlich anderweitig Verortete dürfen aber auch, denke ich — zumindest haben die Damen auch mich mitschreiben lassen. Bitte finden Sie im Heft: Meine Kurzvorstellung von Nellie Bly, einer Journalistin, die schon verdeckt recherchierte, als Undercover-Reporter-Legende Günter Wallraff noch gar keinen Bartwuchs hatte noch gar nicht geboren war. Nämlich im Jahr 1887.

Persönlich vorstellig werden zwei der vier Missy-Chefinnen, Chris Köver und Stefanie Lohaus, mit ihrem Magazin am Donnerstagabend, 25. Februar 2010, um 20 Uhr in der Art Lawyer Gallery in Hamburg (gegenüber der S-Bahn-Haltestelle Königstraße). Hier gibt’s mehr Infos zur Release-Sause mit Vortrag über Feminismus, Pop und Magazinutopien.

Medienkrise wegabonnieren! Vier von vielen guten Zeitschriften: De:Bug, Missy, Foreign Policy, Blank. Jeweils mit kurzer Begründung.

Veröffentlicht in medien von oskar piegsa am 6. März 2009

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Gut #1: De:Bug, Ausgabe 130 (März 2009), am Bahnhofskiosk

Gut, weil: Die De:Bugger können Spiegel-Titelgeschichten besser als der Spiegel. Zumindest wenn’s um Social Networks geht (vgl. “Fremde Freunde. Vom zweifelhaften Wert digitaler Beziehungen” und “Anonymität & Identität. Das Ende der zwei Welten”). Und außerdem können sie Mode, Gadgets und Tanzmusik. Also alles, was mir gerade fehlt.

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Die Leute wollen über Zeitschriftentitel diskutieren.

Veröffentlicht in medien von oskar piegsa am 10. Juli 2008

Interessantes Hobby. Erst wurde denen beim Dummy Magazin die Bude dafür eingerannt, dass sie ihr nächstes Heft “Neger” nennen wollten (ich finde: zu recht). Jetzt ist man bei jetzt.de in heller Aufruhr darüber, dass man ein feministisches Pop-Magazin Missy nennen wollen kann (eindeutig: zu unrecht).

Hoffentlich führt das jetzt nicht dazu, dass demnächst das Verfahren der Benennung von Dingen und Zuständen anhand von Erhebungen der Publikumsmeinung wieder in großem Stil reaktiviert wird.

Sie wissen schon, alle schreiben ihren Vorschlag auf einen Zettel und werfen ihn in einen Kasten, und am Ende kommt dabei heraus, das sitt das Pendant zu satt ist, und dass hässliche Maskottchen Trix und Flix heißen sollten.

Und damit ist dann ja niemandem geholfen.

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