Och nö, ne? Das Massensterben der Zeitungen steht an. Und alle Rettungsideen sind unbeholfen und/oder doof. Was nun?
Walter Isaacson war gestern zu Gast in der Daily Show, um ein Thema zu besprechen, das er für die aktuelle Ausgabe des Time-Magazine auch zu Papier gebracht hat — es ging um Möglichkeiten, die amerikanische Medienbranche zu retten. Diese, so erläutert Isaacson, ist in einer grotesken Situation gefangen: Immer mehr Menschen nutzen journalistischen Content. Und immer weniger bezahlen dafür. Dieser Trend werde von den Medien noch voran getrieben, so Isaacson, indem durch die kostenlose Veröffentlichung von Medieninhalten im Internet Anreize geschaffen werden, kostenpflichtige Abos abzubestellen.
Seine Vorschläge in der Daily Show:
- Verleger, kopiert das Erfolgsmodell von iTunes, und lass eure Leser niedrige Gebühren für das Aufrufen von Artikeln bezahlen!
- Verleger, berechnet Gebühren für Links, die von anderen Websites auf eure Inhalte verweisen! (Schließlich verdienen Nachrichtenaggregatoren wie Digg ihr Geld damit, die Inhalte anderer Seiten zu verlinken. Und Blogs wie Gawker haben ein Erfolgsmodell daraus gemacht, die Inhalte anderer Seiten zu kommentieren. Beide verhalten sich also im Grunde parasitär.)
Ebenfalls gestern postete Jeff Jarvis in seinem Blog einen Eintrag mit Gegenargumenten zu diesen (und anderen) Rettungsideen. Im Grunde reicht es aber auch schon, die Daily Show anzuschauen und dabei zweimal kurz angestrengt nachzudenken. Denn:
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Gute Zeitschriften (1): "Titty City", das Schmuddelheft an der Digi-Front

Abb. 1: Titelseite der dritten Ausgabe von „Titty City“.
Heute ist mein Ansichtsexemplar des Titty City Magazins eingetroffen. Titty City ist ein kleines, handkopiertes A5er-Heft aus San Francisco, dessen Macher sich komplett auf das Abdrucken von Fotos der weiblichen Brust beschränken. Darüber hinaus gibt’s in dem Heft gar nichts zu sehen. Auch keinen Text.
Ich bin auf Titty City aufmerksam geworden, als ich mich neulich fragte, wie es wohl um den Status Quo der Fanzine-Szene bestellt ist. Seitdem ich das letzte mal selbst an einem Fanzine beteiligt war, ist ein halbes Jahrzehnt vergangen. Die Hefte, die ich früher gerne las, haben heute entweder den Sprung an den Kiosk hinter sich, oder existieren nur noch als Blog. Eine gängige These war vor einigen Jahren auch entsprechend, dass langfristig Blogs die Fanzines ersetzen würden, auf Grund der offensichtlichen Vorteile (Farbe! Multimedialität! Reichweite! Aktualität! Vernetzung! Kostenfaktor!).
Klang plausibel. Allein: Diese These ist zu absolut. Genauso zu absolut, wie die Annahme zu absolut ist, dass die „alten Medien“ insgesamt von den „neuen Medien“ abgelöst werden würden. Anders als bei den „alten“ und „neuen“ Medien und den Diskussionen um Wirtschaftlichkeit im digitalen Zeitalter, geht es bei Fanzines kaum um Geld und praktische Erwägungen – sondern vor allem um Leidenschaft. Und da tun sich durch das Internet zunächst einmal neue Chancen auf.
(Mehr Titten und Thesen nach dem Seitenumbruch!)
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