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Parlamentarier gehen APO! Gordon Brown und die Tobinsteuer

Veröffentlicht in rest von oskar am 9. November 2009

Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ist ja schon länger bei Attac. Droht jetzt dem britischen Premier Gordon Brown die Ehrenmitgliedschaft? Immerhin hat er beim G20-Treffen in St. Andrews die Idee einer Finanzmarktsteuer ins Spiel gebracht. Um die (weitreichendere) Tobinsteuer durchzusetzen, ist Attac einst gegründet worden — vgl. mein Artikel aus 2006. Attac Deutschland hat noch nicht offiziell reagiert, das Handelsblatt Browns Vorstoß aber schon mal für gescheitert erklärt. Spannend, diese Krise.

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Journalismus, der Bauchschmerzen macht – Susannah Breslins Reportage über die kalifornische Porno-Industrie:

Veröffentlicht in rest von oskar am 15. Oktober 2009

Standing over the spread-eagle Hunter, he shoots the machine penetrating her from behind. The machine drones onward. Hunter groans, straining. When it’s time for the final position, Hunter turns nervous. She squirms in the swing. Her face twists. “I will definitely, like, not be able to do this full-on anally,” she announces, staring at the machine. “I might, like, poo on it.”

“We can try a smaller one,” Powers suggests politely.

Judging by the expression on her face, Hunter looks to be doing the math on her predicament. If she doesn’t do what Jim is asking her to do, she may or may not get paid. If she doesn’t do this, it’s entirely possible no one else will hire her after today. So, she concedes.

“I think I’m gonna cry,” chokes Hunter, teary-eyed, as the machine anally penetrates her. “Just try to look happy,” Powers consoles, reaching up from below to gently pat the inside of her thigh. “Sell it to me, baby.”

Eventually, he gets what he needs. [...] The robot slams into overdrive. The dildo thrusts in and out, the engine screaming, narrowly missing goring Hunter, who promptly bursts into tears. [...]

“The recession has forced us into making this,” Powers states flatly, the quiet machine at his feet. According to him, the “Fuck Machines” series isn’t a product of some sick mind—say, his. It’s a consequence of the recession.

Sex, Elend und Gewalt im „Porn Valley“ um Los Angeles, erzählt am Beispiel des Produzenten Jim Powers: „They Shoot Porn Stars, Don’t They?“. Not Safe For Stomach.

[Artikel gefunden bei: mmmatzes Links c/o Merely Thinking]

2009 ist nicht 1929. Also, allein musikalisch schon nicht. Woody Guthrie und Dan Costello, Freight Trains und die DB.

Veröffentlicht in amerika, deutschland, popkultur von oskar am 29. Juli 2009

recessionsongsfrontweb

Abb. 1: 2009, vertont von Dan Costello.

Die Bahn hat Pressemeldungen dementiert, laut denen Passagiere ohne gültigen Fahrschein nun schon bei der ersten Kontrolle angezeigt werden sollten. Und ich dachte schon, die hätten angesichts der Wirtschaftskrise Angst vor bevorstehenden Verhältnissen wie in den USA der 1930er Jahre.

Die damals gängige Praxis, mangels Geld oder anderer Transportmittel auf der Suche nach Arbeit illegal Güterzüge zu besteigen und ebenso kostenfrei wie unkomfortabel zu reisen, feiert auch auf der anderen Seite des großen Teichs offenbar noch kein Revival. In den Medien kam das Unterwegssein als Hobo in den Jahren vor der Krise eher als Hobby sinnsuchender Mittelstandskids vor (LA Weekly nannte sie 2002 die „Hobohemians“ & die Freighthopping-Doku von VBS.tv hatte ich hier ja schon mal empfohlen) und seitdem habe ich dazu auch noch nichts Gegenteiliges gelesen.

Vielleicht ist das ein weiteres Indiz dafür, dass es eher von einer sprachlichen Krise zeugt, wenn man von der, die gerade Karstadt und Opel und internationale Staatshaushalte zu verschlingen droht(e) als der „größten Wirtschaftskrise seit den 30er Jahren“ spricht, wie es etwa die geschätzten Propagandisten der Grünen gerade tun. „Größte Krise“, mag ja sein, aber was bedeutet das denn bitte konkret? Oder, mit Cicero-Chefredakteur Wolfram Weimer gefragt: Schlimmste Krise aller Zeiten? Ich seh’ gar keine Trümmerfrauen?!

„times have been harder. we re sissis“, kommentiert dann auch prompt ein User unter diesem Video, in dem Woody Guthrie die gute alte Zeit besingt:

Abb. 2: 1929, vertont von Woody Guthrie.

Auch die aktuelle Krise wird aber ganz charmant besungen, auf dem Themenalbum „Recession Songs“ von Dan Costello, der dem Ganzen ebenfalls eine positive Seite abgewinnt: wer durch akuten Geldmangel gezwungen ist, sich die Haare selbst zu schneiden, der kommt mit seiner unfreiwillig asymmetrischen Frisur bei den Hipstern in Brooklyn garantiert besser an. Costellos Album steht — auch das ist gut — zum rezessions- und inflationssicheren Preis von $0 hier zum Download (Zip-Datei).

Demnächst will der Mann nach Europa kommen, dann werden sich hoffentlich Gelegenheiten bieten, ihm etwas Trink- und Haarschneidegeld in den Hut zu werfen. Das oben gezeigte Cover-Artwork stammt übrigens, ebenso wie der Hinweis auf die Platte, von Piwi. Und jetzt bitte nicht vergessen, krisenmäßig rumzumäkeln und mitzusingen: „Hey Mister, where’s my bail-out? Give me a bonus, Mister, you gave one to AIG!“

PS: Wo wir gerade bei guter Musik zur schlechten Stimmung sind, sei erneut auf den bemerkenswerten Schweinegrippe-Song von The Streets hingewiesen und auf den noch besseren Schweinegrippe-Song mit Putnam Pig.

Och nö, ne? Das Massensterben der Zeitungen steht an. Und alle Rettungsideen sind unbeholfen und/oder doof. Was nun?

Veröffentlicht in amerika, medien von oskar am 10. Februar 2009

Walter Isaacson war gestern zu Gast in der Daily Show, um ein Thema zu besprechen, das er für die aktuelle Ausgabe des Time-Magazine auch zu Papier gebracht hat — es ging um Möglichkeiten, die amerikanische Medienbranche zu retten. Diese, so erläutert Isaacson, ist in einer grotesken Situation gefangen: Immer mehr Menschen nutzen journalistischen Content. Und immer weniger bezahlen dafür. Dieser Trend werde von den Medien noch voran getrieben, so Isaacson, indem durch die kostenlose Veröffentlichung von Medieninhalten im Internet Anreize geschaffen werden, kostenpflichtige Abos abzubestellen.

Seine Vorschläge in der Daily Show:

  1. Verleger, kopiert das Erfolgsmodell von iTunes, und lass eure Leser niedrige Gebühren für das Aufrufen von Artikeln bezahlen!
  2. Verleger, berechnet Gebühren für Links, die von anderen Websites auf eure Inhalte verweisen! (Schließlich verdienen Nachrichtenaggregatoren wie Digg ihr Geld damit, die Inhalte anderer Seiten zu verlinken. Und Blogs wie Gawker haben ein Erfolgsmodell daraus gemacht, die Inhalte anderer Seiten zu kommentieren. Beide verhalten sich also im Grunde parasitär.)

Ebenfalls gestern postete Jeff Jarvis in seinem Blog einen Eintrag mit Gegenargumenten zu diesen (und anderen) Rettungsideen. Im Grunde reicht es aber auch schon, die Daily Show anzuschauen und dabei zweimal kurz angestrengt nachzudenken. Denn:

(mehr…)

Crash, Crash, Boom, Crash. Johannes Kreidler komponiert den Soundtrack zur Krise.

Veröffentlicht in amerika, deutschland, rest von oskar am 26. Januar 2009

Die Krise kann man jetzt auch tanzen! Johannes Kreidler hat die abstürzenden Aktienkurse von Lehman Brothers, Bank of America, General Motors und anderen vertont. „Die schönsten Melodien scheibt das Leben selbst!“, kommentiert Kreidler seine Arbeit „Charts“ auf seiner Website. „Und Krisenzeiten sind immer gute Zeiten für die Kunst.“

Zuletzt hat sich Kreidler unter anderem kritisch mit dem Urheberrecht auseinandergesetzt und einen Song aus 72.000 Samples zusammengesetzt, die er alle einzeln bei der GEMA zu registrieren versuchte. Ich habe ihn damals für den ZUENDER interviewt, hier der entsprechende Artikel.