We are the 99% (of your target audience). How the fashion corporation Esprit hijacked Occupy Wall Street and killed the Fan Sign
People holding up signs with messages have been a common sight on the internet. Half-naked, predominantly female people, that is.
I’m talking about Fan Signs, of course – where people scramble messages like i ♥ achtmilliarden on a piece of cardboard or any part of their body and e-mail a photo of this message to the people or blogs addressed.
This practice has been, ahem, virulent on the web for years and years and years – in the best cases it was cute, in the worst cases it was banal (you can find relatively safe-for-work examples at Driven By Boredom or with a little help of Mr Google).
However, as the world took a turn for the worse, the Fan Sign got serious – and powerful. The messages on the cardboard got longer and longer, the people holding them were suddenly of different ages and genders (also: fully closed) and the act of solidarity that lies at the heart of the Fan Sign now spanned beyond the people immediatly addressed.
This is thanks to We Are the 99 Percent, a confessional blog that invites people to share their stories about how life (or US capitalism) has treated them and why they support the Occupy Wall Street movement.
(weiterlesen…)
Aliaa Elmahdy: Wie eine 20jährige Ägypterin den Nacktivismus rettete
Vor fünf Jahren war alles ganz einfach: Wenn eine amerikanische Frau ihre Brüste zeigte um damit den Irak-Krieg zu stoppen, dann war das einfach eine blöde Idee. So in etwa das Fazit meines damaligen Artikels über Nackt-Proteste im zuender:
Der „Nacktivismus“ galt einmal als eine kreative Protestform. Tatsächlich ist er inzwischen beliebig. Und wer kam eigentlich auf die Idee, dass sich der Triebtrottel für Politik interessiert?
Damit war das Thema für mich gegessen. Wie konnte es anders sein? Selbst die Tierschützer von „People for the Ethical Treatment of Animals“, die den „Nacktivismus“ einst in den Mainstream trugen, verließen sich nicht mehr allein aufs langweilige Nacktsein, sondern agitieren gegen virtuelle Tierquälerei in den quietschbunten Videospielen der „Super Mario“-Serie – das ist mal gewagt und kontrovers.
Am Wochenende feierte der „Nacktivismus“ jedoch ein überraschendes Comeback in der öffentlichen Wahrnehmung, ist ein bisschen komplizierter und damit sehr viel spannender geworden.
(weiterlesen…)
Kritische Theorie ♥ Schnitzel

…Scan aus dem Interviewband Gespräche mit Herbert Marcuse, den der Suhrkamp-Verlag gerade zum Spitzenpreis von 2,50 Euro antiquarisch verramscht.
Zwischenstand:
Der siebenmilliardste Mensch ist geboren. Nur noch eine Milliarde!
[via Jonas]
YouTube-Revolutionen? Zwei schnelle Zitate zu Videos, Würde und Weltpolitik
Ohne den Einmarsch der Amerikaner im Irak hätte es keine arabischen Revolutionen gegeben – so lautete eine der gewagteren Thesen des Historikers Niall Ferguson, der am vergangenen Freitag auf Einladung der American Academy in der ESMT Berlin sprach.
Der Anblick des verwilderten Saddam Hussein, der sich feige in einem Erdloch versteckte und später wie ein Gesetzloser gehängt wurde (as seen on YouTube), dies beides sei ursächlich verbunden mit der Erkenntnis in Tunesien, Ägyten, Libyen und anderswo, dass man scheinbar unberührbare Diktatoren fortjagen könne.
So erinnere ich mich Ferguson sinngemäß sagen gehört zu haben – und das ist sicher kein überzeugendes Argument dafür, dass die Irak-Invasion eine gute und gerechte Sache war, denn da wären unter anderem noch die Toten dieses Krieges, die sich wohl auf über 100.000 belaufen.
Aber: Zu dieser These passt folgendes Zitatschnippsel vom Oppositionellen-Offizier Mohamed El Lagi aus einer Libyen-Reportage im New Yorker, heute gefunden und übersetzt von Perlentaucher:
Als Tony Blair kam, zeigte Gaddafi ihm seine Schuhsohle, das war ein Zeichen von Respektlosigkeit und wurde in ganz Libyen über YouTube verbreitet. Als Condi Rice kam, lehnte er es ab, ihr die Hand zu schütteln, und später, während sie redeten, gab er ihr eine libysche Gitarre, als würde er sie auffordern zu singen. Sie hätte in dem Moment abreisen sollen, als er ihr nicht die Hand gab, aber sie tat es nicht. Die Interessen amerikanischer Firmen waren ihr wichtiger. All diese Gesten haben die Libyer sehr enttäuscht, weil sie bedeuteten, dass er jeden kaufen kann.
Die Beobachtung, dass mit Bildern und Körperinszenierungen Politik gemacht wird, ist natürlich nicht neu. Doch diese Beispiele sind noch dramatischer und weitreichender, als jene, als zum letzten Mal zu beobachten war, dass die Deutungshoheit des Fernsehens durch YouTube zwar gebrochen, die Macht der Bilder aber noch verschärft worden ist.
Einen Kommentar schreiben