Fukushima vs. Populärkultur: »Bye Bye Kitty«, Keinohrhasen…
Video: Russia Today über ein angeblich durch nukleare Strahlung mutiertes Kaninchen
Eine Nachricht macht die Runde, zunächst über Russia Today (wie vertrauenserweckend dieser Sender ist, lesen Sie hier), dann vermittels BZ, Bild und sueddeutsche.de (dort jedoch stets mit dem typografischen Feigenblatt des Boulevards, dem Fragezeichen, versehen): Der GAU von Fukushima zerstört nicht nur das deutsche Restvertrauen in die Atomkraft, er verdirbt auch die Lust an Keinohrhasen.
Und das, nachdem Hello Kitty angeblich auch schon den Strahlentod gestorben ist. Dabei wissen wir dank »Nuclear Boy« längst, dass Japans »kawaii« Kultur die nukleare Apokalypse überlebt – und schlimm wäre, wenn es nicht so wäre. Denn wenn es so etwas wie ein »kulturelles Unbewusstes« eines Landes gibt, dann wäre das wirklich beunruhigende Zeichen, wenn ihm ein selbst für deutsche Laien derart wahrnehmbarer Teil seiner Symbole und Bewältigungsmuster verloren ginge.
P.S.: Dass übrigens bereits Godzilla einen ernsteren Hintergrund hatte, als es ihm von der gemeinhin üblichen deutschen Rezeptionshaltung (»naiver Trash!«) gestattet wird, zeigte der Japanologe Peter Wynn Kirby in seinem Kurzessay »Japan’s Long Nuclear Disaster Film«. Ein lesenswerter Text.
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