Did you know there are Arab neocons?
I for sure didn’t. Fadi Bardawil has more in this powerful short essay.
Lust & Last & Sexualpädagogik: Ein Sonntagmittag im Museum

Abb. 1: Vergleichsweise harmloses Ausstellungsstück: Adolf Ulrik Wertmüllers „Danaë och guldregnet“
Heute Mittag im Nationalmuseum in Stockholm: Die Ausstellung „Lust & Last“ (englisch: „Love & Vice“) zeigt Darstellungen von Nacktheit und Sexualität aus 500 Jahren Kunstgeschichte. Die Schlange am Ticketschalter ist lang – wohl auch, weil es draußen unaufhörlich regnet. Da wir uns im liberalen Schweden befinden, sind an den Türen der Ausstellungsräume in der zweiten Etage keine „Ab 18!“-Plaketten angebracht. Stattdessen heißt es auf der Museums-Website: „There is no reason why parents shouldn’t take their children to the exhibition – just be prepared to answer the odd embarrassing question!“
Es ist Martin van Meytens Gemälde einer Nonne zu sehen, die dem Betrachter ihren nackten Hintern zeigt, sowie Carl August Ehrensvärds satirisch-pornografische Zeichnungen, beides Künstler des 18. Jahrhunderts. Zu den zeitgenössischen Arbeiten zählt neben einem großformatig an die Wand projizierten Masturbationsvideo auch die Installation „He was an ass-man, I guess“ von Lars Nillson, deren nackte, schwebende Frauenunterleiber den ersten Ausstellungsraum dominieren. Nebenan steht eine Deutsche mit ihrem vorpubertären Sohn vor einer Vitrinine, in der das verstörendste Exponat der ganzen Schau liegt: Ein alter, echter Keuschheitsgürtel.
Das eiserne Gespann wird getragen wie ein Slip, wobei der Schoßboden Schlitze für die beiden relevanten Körperöffnungen enthält, die jeweils mit dutzenden Penis-Abwehr-Zacken gesäumt sind. Mutter: „Brr.“ Sohn: „Wofür ist das?“ Mutter: „Das ist, damit man da nichts falsches anstellt.“ Sohn: „Hä, wie?“ Mutter: „Naja, ähh, also wie das funktioniert… da ist jetzt ja keine Bedienungsanleitung dabei.“ Spricht’s und schiebt den Jungen weiter in den nächsten Raum. Malen wir uns besser nicht aus, was in der Zwischenzeit unter Zuhilfenahme von Google alles geschehen seien könnte.
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Fukushima vs. Populärkultur: »Bye Bye Kitty«, Keinohrhasen…
Video: Russia Today über ein angeblich durch nukleare Strahlung mutiertes Kaninchen
Eine Nachricht macht die Runde, zunächst über Russia Today (wie vertrauenserweckend dieser Sender ist, lesen Sie hier), dann vermittels BZ, Bild und sueddeutsche.de (dort jedoch stets mit dem typografischen Feigenblatt des Boulevards, dem Fragezeichen, versehen): Der GAU von Fukushima zerstört nicht nur das deutsche Restvertrauen in die Atomkraft, er verdirbt auch die Lust an Keinohrhasen.
Und das, nachdem Hello Kitty angeblich auch schon den Strahlentod gestorben ist. Dabei wissen wir dank »Nuclear Boy« längst, dass Japans »kawaii« Kultur die nukleare Apokalypse überlebt – und schlimm wäre, wenn es nicht so wäre. Denn wenn es so etwas wie ein »kulturelles Unbewusstes« eines Landes gibt, dann wäre das wirklich beunruhigende Zeichen, wenn ihm ein selbst für deutsche Laien derart wahrnehmbarer Teil seiner Symbole und Bewältigungsmuster verloren ginge.
P.S.: Dass übrigens bereits Godzilla einen ernsteren Hintergrund hatte, als es ihm von der gemeinhin üblichen deutschen Rezeptionshaltung (»naiver Trash!«) gestattet wird, zeigte der Japanologe Peter Wynn Kirby in seinem Kurzessay »Japan’s Long Nuclear Disaster Film«. Ein lesenswerter Text.
Gil Scott-Heron war nicht der »Godfather of Rap«,
Gil Scott-Heron war Gil Scott-Heron. Und was das im Einzelfall auch bedeutet – Gil Scott-Heron bleibt Gil Scott-Heron. 1949 bis 2011 und solange sich die Dinge noch drehen.
[Einspruch via Dorian Lynskey, Video via gilscottheron.net]
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