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Mehr Erregung! Mehr Empörung! Mehr soziale Integration! Release-Party der zweiten Ausgabe des echauffier-Magazins in Erfurt

Veröffentlicht in medien von oskar piegsa am 28. April 2011

Wer es nicht so weit nach Erfurt hat, könnte am Freitag, 6. Mai, ruhig mal auf die Release-Party des echauffier-Magazins gehen (s. Video). Es handelt sich hierbei um die zweite Ausgabe eines studentisch betriebenen »Magazins für Empörung«. Das lohnt es sich zu feiern denn, so formulierte unlängst der Philosoph Peter Sloterdijk:

Eine Zivilisation wie die unsere, die auf der Integration individualistischer Populationen in riesenhaften politischen Großkörpern beruht, stellt eine real-existierende Höchstunwahrscheinlichkeit dar. [...] In ihr muss ein stetiger, mehr oder weniger intensiver Stressthemenfluss für die Synchronisierung der Bewusstseine sorgen, um die jeweilige Bevölkerung in einer sich von Tag zu Tag regenerierenden Sorgen- und Erregungsgemeinschaft zu integrieren. Und deswegen sind die modernen Informationsmedien für die Kohärenzerzeugung in nationweiten und kontinentweiten Stresskommunen schlechthin unentbehrlich.

Zeigen Sie sich sozial integrieriert bei Bier und Musik mit den medialen Stressthemensetzern der echauffier-Redaktion. Die, das aber nur am Rande, so freundlich waren, in ihrer kommenden Ausgabe einen Text von mir zu veröffentlichen, in dem es um die Frage geht, ob wir statt mehr Empörung nicht ehrlicherweise sogar mehr Hass einfordern sollten. An die gesellschaftliche Kohärenzerzeugung hatte ich dabei aber noch gar nicht gedacht…

Mehr Infos zum echauffier-Magazin und zur Release-Party gibt es auf der redaktionseigenen Facebook-Seite und im echauffier-Blog.

Gegen das Album:

Veröffentlicht in pop von oskar piegsa am 28. April 2011

Der US-Musikjournalist Bob Lefsetz ätzt in seinem E-Mail-Newsletter gegen das Albumformat:

Oh, that’s right, you’re an »artist«. Show me where in the manual it says an artist makes music in sixty minute chunks. Or that people listen to it that way. I’ve got no problem with you combining ten tracks and selling them as a CD at your concert. Or as a double vinyl package. That’s about selling a souvenir, not music. But please, stop making albums. It’s a waste of money. You lose momentum between projects.

Statt Musik künstlich zurückzuhalten und dann en bloc in einer an der veralteten Compact Disc orientierten Form zu veröffentlichen, plädiert Lefsetz für kontinuierliche Songveröffentlichungen – oder wohl auch: kontinuierliche EP-Releases wie bei Robyn. Eine derartig kraftvolle, normative Positionierung gegen das Album fehlte mir in meinem Text »Magische Positionen: Das Album im Wandel«, neulich in Spex (#331).

Aber hat Bob Lefsetz mit seiner klaren Ansage recht? Immerhin ist das Albumformat deutlich älter als die CD, also keine kurze Laune der Technikgeschichte. Und ob man Musik songweise oder in »60-Minuten-Brocken« – seien wir ehrlich, es sind eher »40-Minuten-Brocken« – hört, hängt wohl auch davon ab, wer gerade was (welches Genre? Newcomer oder alte Helden?), wo (unterwegs? zuhause?), zu welchem Zweck und auf welchem Wiedergabesystem hört.

(Bisher steht Bob Lefsetz’ Kommentar noch nicht in seinem Online-Archiv.)

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Autsch. Frédéric Martel über Samuel P. Huntington:

Veröffentlicht in popkultur von oskar piegsa am 26. April 2011

Ich frage mich, wie dieser elitäre Mann, ein Priester der Hochkultur, die Mechanismen des Kulturkampfs begreifen konnte. Hat er auch nur einmal »Desperate Housewives« gesehen?

…nicht ganz sauber gekämpft, aber: touché! Mehr davon: hier.

Wtf zum Sonntag (1): Gewissensfreiheit

Veröffentlicht in deutschland von oskar piegsa am 24. April 2011

Die demokratische Grundeinstellung unserer Abgeordneten wird sich an deren Präsenz im Bundestag während der Rede zeigen.

Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, über die Deutschlandreise von Benedikt XVI. im September 2011, bei der auch eine Rede des Papstes im Bundestag geplant ist.

[via Focus]

Freundlicher Hinweis auf:

Veröffentlicht in pop von oskar piegsa am 19. April 2011

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Spex #332. Mit Anmerkungen zu Planningtorock & Lady Gaga.

Die staatstragende Poplinke:

Veröffentlicht in deutschland von oskar piegsa am 19. April 2011

Beat ist nicht gleich Beat. Als er in den 60er Jahren von englischen Amateurgruppen entwickelt wurde – die Beatles waren ja anfänglich auch ‘Amateure’ –, war er vielfach Ausdruck der humanistischen und demokratischen Interessen der Werktätigen.
In vielen Beattiteln wird das Leben der arbeitenden Menschen realistisch geschildert, was vielfach mit einer Kritik an bestimmten Erscheinungsformen des Imperialismus verbunden ist.

– aus: H. P. Hofmann: »Beat. Rock. Rythm & Blues. Soul.« (Berlin: VEB Lied der Zeit Musikverlag, 1973)

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Sido als Lyriker und Graffiti im Museum: Mag sein, dass »E« und »U« als ästhetische Ideologien tot sind – jedoch nicht als Posen

Veröffentlicht in quick thought von oskar piegsa am 18. April 2011

Video: Gregor Kalchthaler und Marcus Hafner inszenieren »Ficken«, frei nach Sido

Gestern Abend musste ich an »Ficken« denken, den Rap-Text von Sido in der Neu-Inszenierung der beiden Freiburger Studenten Gregor Kalchthaler und Marcus Hafner alias »KACKSPRITZE«. Die Idee der beiden ist es, überwiegend konservativ gekleidete Freundinnen und Freunde dabei zu filmen, wie sie zotige und versaute deutsche Raptexte »lyrisch«, also mit angestrengt »hochkulturellem« Habitus, vorlesen.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich das wirklich gut finde. Die Videos sind einerseits ein didaktisch überwältigender Beleg dafür, dass man Songs erstens nicht verstehen kann, wenn man nur ihre Texte liest (im Fall von Sido also Beats und Flow ignoriert) und dass zweitens die Performance wohl genauso wichtig ist, wie der Song oder Track. Andererseits ist das, was Kalchthalers und Hafners gekonnt umgesetzte Videos lustig macht, im Grunde nichts anderes, als das, was auch schon die transgressive Freude der prolligen Originallyrics ausmachte – nur, dass mit der Ironisierung, die durch den neuen Kontext entsteht, für den Betrachtenden ein doppelter Boden eingezogen wird: kuck mal, die dummen Rapper, wie lustig.

(weiterlesen…)

Happy Birthday, Christopher Hitchens!

Veröffentlicht in rest von oskar piegsa am 13. April 2011

The world’s most notorious polemicist turned 62 today. A few weeks ago, this brief introductory documentary appeared on the web (more of this can be found here). I feel that it overemphasizes Mr Hitchens’ drinking habit compared to other virtues of the man, but it seems to offer a fairly recent glimpse into this remarkable author’s life, so why don’t we all watch it and sing our happy birthdays and hope and pray he’ll live many more years and publish many more books casting out evil from our underenlightened world.

[via hitchensweb]

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Gespräche, die so nie stattgefunden haben (#2): Maureen Dowd und Charles Shaar Murray über Bob Dylans Selbstzensur in China

Veröffentlicht in politik, pop von oskar piegsa am 12. April 2011

Maureen Dowd:

Bob Dylan may have done the impossible: broken creative new ground in selling out. The idea that the raspy troubadour of ’60s freedom anthems would go to a dictatorship and not sing those anthems is a whole new kind of sellout

(Quelle: The New York Times)

Charles Shaar Murray

The notion of Dylan as a hardcore political activist and polemicist, or as a dyed-in-the-wool man of the left, is not only antiquated but was essentially erroneous even in the early 60s. His „protest period“ lasted less than two years, and even then he was suspicious of leftie folkies who wanted him to be a singing placard: enter a cause, push a button, get a song.

(Quelle: The Observer)

…in weiser Vorraussicht haben die Damen und Herren von der Spex ihre neue Ausgabe, pünktlich zur Kontroverse um Dylans Konzerte in Peking und Shanghai, mit einem Titelbild des »raspy troubadour« geschmückt. Und drüber geschrieben: »Protestsänger: Karriere ohne Zukunft?« Ab Freitag am Kiosk.

»Trotz und Utopie«: Sabine von Bassewitz fotografiert die »Freie Deutsche Jugend« (zwanzig Jahre nach Mauerfall)

Veröffentlicht in deutschland von oskar piegsa am 9. April 2011

Abb.: Aus der Serie »Trotz und Utopie« © Sabine von Bassewitz, verwendet mit Erlaubnis.

This could be interesting: Heute Abend um 19 Uhr eröffnet Sabine von Bassewitz in der Galerie Alles Mögliche (Odenwaldstraße 21, Berlin) eine Austellung mit Bildern ihrer Fotoreportage über die FDJ zwanzig Jahre nach dem Mauerfall. Die Fotografin schreibt dazu:

Der Eiserne Vorhang ist gefallen, die DDR ist Geschichte, die FDJ existiert noch. Vom Herbst 2009 bis zum Herbst 2010 habe ich ihre verbliebenen und neu hinzugekommenen Mitglieder mit der Kamera begleitet.

Einen Vorgeschmack gibt es auf Sabines Website, die Ausstellung läuft noch bis Mai 2011.

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