Canada’s coming culture war
Found by Bronques at Craigslist:
MILE-END GIRLS ARE MOSTLY SLUTTY AND HATE COMMITMENT. YES THIS IS A GENERALIZATION. THE BLAME?: VICE MAGAZINE, COBRASNAKE, PARTY PHOTOGRAPHY, THE INTERNET IN GENERAL, SEX AND THE CITY, AMERICAN APPAREL ADS, COMMODITY CULTURE SEEPED INTO EVERY ORIFICE OF YOUR MEDIOCRE, SEX-CRAZED, IRRESPONSIBLE LIVES. SUCH AN INCESTUOUS GANG-BANG OF 20-SOMETHING MIND-FUCKS ACTING AS THOUGH EXPLOITATION IS EMANCIPATED SEXUALITY. USE YOUR BRAINS! GET OUT.
I wonder if Adbusters magazine contributed to this outburst, with their hating on hipsters and concern for the death of „Relationships in Late Capitalism.“
New York ist schlauer als Hamburg. Jetzt auch verkehrspolitisch.
„The ideal city is a city in which private automobile use is minimized“, sagt Paul Steely White von Transportation Alternatives. Und der ist — Achtung! — ein Amerikaner. Die Altonaer sind noch nicht so weit und laden sich mit großer Mehrheit mehr automobilen Verkehr in ihr Viertel ein. Unmut hiermit bekundet.
YouTube nervt!
Erstens, weil es „Content Providern“ Rechte einräumt:

Zweitens, weil es „Content Providern“ keine Rechte einräumt:
Widerspruch? Das Ergebnis ist dasselbe: Die eine und wesentliche Stärke von YouTube — das man dort jederzeit so ziemlich alles finden kann, was man sucht — geht zunehmend verloren. Bedauerlich.
Was ist »Steampunk«? Erste ahnungslose Schritte in Richtung eines interdisziplinären Definitionsansatzes…
Vor kurzem habe ich mir das Genre Shirt von I Am Carles/Hipster Runoff bestellt, dem es schon ziemlich gut gelingt, den liebenswerten Wahnsinn der internetbeschleunigten Musiknerd-Distinktionsmaschine zu illustrieren. Ein Genre fehlt in der Aufzählung der T-Shirt-Illu allerdings: Steampunk. Der Begriff beschreibt, wie ich erst jetzt lernen durfte,
- nicht nur ein Literaturgenre in der Tradition von Jules Verne und H. G. Wells, das man vielleicht auf die Formel bringen kann: „Science-Fiction ohne Strom“, sondern auch
- ein Filmgenre, das sich zur Industrialisierung etwa so verhält wie Cyberpunk zum Zeitalter des Internets — und mit seinem kruden Neoviktorianismus einen retro-futuristischen Charme auffährt, wie sonst nur Mad-Scientist-Filme (vulgo: Trash!), sondern auch
- eine Handwerker-Subkultur, in der es offenbar darum geht, zeitgenössische technische Errungenschaften so auszusehen lassen versuchen, als hätte es sie schon im 19. Jahrhundert gegeben, siehe zum Beispiel hier, sondern eben vor allem auch
- ein Musikgenre.
Eine Band, über die man bei der ersten, flüchtigen Google-Suche zu Steampunk-Rock (oder Steam-Punkrock?) öfters stolpert ist: Abney Park. Und Abney Park ist: erstaunlich öde. Mag sein, dass sie interessante B-Seiten haben, aber ihre Singles vereinen das Schlechteste aus Nu– und Mittelalter-Metal. Auch visuell ist da wenig stimmig:
Aufregender und dem Konzept des Steampunk zumindest insofern treu, als dass ihm der Spagat zwischen Sehr-Retro-Ästhetik und Punkgestus gelingt, ist Al Duvall. Besonders geil: Der Song „Down By the Phosphate Mine“, der mit einem fulminanten Kazoo-Solo beginnt (Kazoos, zumindest so sie aus Blech und nicht aus Plastik geformt sind, sind ziemlich „steampunk“, oder?) und eine hartgekochte Welt entwirft, die es mit jedem Steampunk-Film aufnehmen kann. Oder zumindest mit „Wild Wild West“.
Andererseits fehlt Al Duvall alles, was Gothic ausmacht, sowohl als mit dem Steampunk wohl nicht unverwandtes Literaturgenre, als auch als mit dem Steampunk wohl noch weniger unverwandte Subkultur.
[to be continued]
A »White Messiah« fable: David Brooks on »Avatar«
David Brooks doesn’t like James Cameron’s »Avatar«. And seeing what he has to say about the movie’s stereotyping of »Natives« and their »White Messiah«, he probably wouldn’t like Karl May’s »Winnetou«, either. Of which, interestingly enough, English translations do exist.
Utopie = Dystopie: Eine Notiz zu Pieter Brueghel & George Orwell

Abgesehen von einigen Details würde das Gemälde, das Pieter Brueghel der Ältere vom Schlaraffenland gemalt hat und leblose Körper im Chaos zeigt, auch als Darstellung der Postapokalypse durchgehen. Zufall? George Orwell schrieb 1943 in seinem extra-lesenswerten Aufsatz »Can Socialists Be Happy?« (Volltext-Version): Utopische Zustände, der Himmel — das ist in Wirklichkeit die Hölle.
Ey, Stadtentwickler: Bitte mehr Kontrabässe in den ÖPNV!
OK, das hier ist so, ähh, sagen wir »unbelievably underground«, dass noch nicht einmal klar wird, wie die Band heißt. Nat King Thomas? Smack Dab Music? Und das Lied: »Nachtleben im Hamburger Schanzenviertel«? Oder ist dieser YouTube-Titel nur der Googleability geschuldet?
Jedenfalls bleibt die Forderung: Mehr Kontrabässe in den öffentlichen Raum, bitte!

1 Kommentar