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Quick Thought* (1): Max Weber vs. Richard Florida

Veröffentlicht in amerika, deutschland von oskar piegsa am 8. März 2009

Kinder, wie die Zeit vergeht: waren es Anfang des 20. Jahrhunderts bei Max Weber noch die protestantischen Gegenden, die über besondere wirtschaftliche Potenz verfügten (und folglich zur These der protestantischen Ethik und dem Geist des Kapitalismus führten), sind es Anfang des 21. Jahrhunders nach Richard Florida die besonders Homosexuellen-freundlichen Städte. Was dann womöglich — zumindest für die USA — auch bedeutet: die möglichst wenig protestantischen Gegenden.

Ein Widerspruch? Nö. Der Bildungsökonom Ludger Wößmann hat Webers These kürzlich dahingehend korrigiert, dass Protestanten besonders gebildet gewesen seien, ihre wirtschaftliche Leitsung also nicht ihrer religiösen Ethik entspringe, sondern dem in ihrer Konfession begründeten Bildungsstand. Heute kann man nach Richard Florida an dem Anteil Homosexueller die Freigeistigkeit einer Stadt erkennen — die wiederum besonders gebildete und kreative Bürger anziehe.

Weiterführend: Timothy Egans Kommentar zur Korrelation von Bildungsstand und (sozial-liberalerem) Wahlverhalten.

*Die Kategorie des “Quick Thought” habe ich bei Chris von Clarity and Chaos geklaut. Es ist ja nicht so, dass nicht alles in diesem Blog hochgradig unausgegoren wäre. Aber besonders kontextfreie Schnellschüsse gesondert zu kennzeichen (zumindest solange sie mir selbst als solche erkenntlich sind) ist ja nicht verkehrt. Klingt auch cool.

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