Trotz Medienkrise:
Claudius (the übercosmopolitan photographer formerly known as al-Musafir) bloggt wieder. Passend zum Ende des Zuenders in seiner bisherigen Form sieht das ein bisschen aus wie unser Adam-Green-Adventsblog im letzten Dezember. Nette Retrogeste.
Flamewar der Woche (2): Indie-Hamburg gegen Abweichler
aus dir wird noch ein ganz großer kleinbürgerlicher redaktionschef.
Farewell, Vanity!
Offenbar macht die deutsche „Vanity Fair“ zu. Meldet Kress.de. Dabei hat doch gerade erst Konkurrent „Park Avenue“ das Handtuch geworfen! Blöde Krise.
Susi via Facebook: „Vanity…äh…Dings“, eine Zeitschrift für … hm, … man kann sie jedenfalls beim Frisör auslegen“ wird eingestellt ….. ähm, schade ..“
Ähnliches schreibt auch Sonja Pohlmann über das Ende des Magazins:
Vanity Fair sollte gleich vier Zeitschriften in einer sein. Mit einem People-Teil sollte Bunte und Gala Konkurrenz gemacht werden, mit einem politischen Agenda-Teil Stern und Spiegel, mit Mode und Beauty Vogue und Elle und mit einem Kultur-Teil den Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Süddeutschen Zeitung. Doch haben die anderen Blätter jeweils für den einen Bereich so viele oder sogar mehr Mitarbeiter wie die Vanity Fair für alle vier. „Da kann das Ergebnis am Ende nur minderwertiger sein“, sagt [Ex-Tempo-Macher und Lead-Academy-Vorsitzender Markus] Peichl.
[Changelog:] „Deutsche“ ergänzt, Susis Häme ergänzt, Kress-Erreichbarkeitsprobleme gestrichen, Zitat aus dem Artikel von Sonja Pohlmann ergänzt.
Was würde der Niedergang der Suburbia für die Republikaner bedeuten?
Im Zusammenhang mit Hua Hsus Essay „The End of White America“: Tim Mak schreibt im Republikaner-Retter-Blog „The New Majority“ über Richard Floridas und Alan Ehrenhalts Überlegungen zum Niedergang der Suburbia und Re-Urbanisierung der USA und den sich daraus möglicherweise ergebenden politischen Konsequenzen für die amerikanische Rechte:
Republicans should be troubled if these prophecies and prescriptions come to pass. After all, some of the most reliably consistent mechanisms drawing individuals to conservatism are the modes of consumption inherent in suburban living. It has long been thought that those who agree with lower taxes do so because of the burden of mortgage payments, and that those who shun spending programs like public transit are inclined in this manner because they own cars [...]. But what if suburbia as we know it vanished [?]
[...]
Taxes will continue to be a burden on the middle class, but a middle class that more directly benefits from urban public spending may be increasingly willing to shoulder the load. People will continue to purchase houses, but perhaps in lower numbers. Voters are drawn to policy stances when they are relevant to problems experienced in their own lives, and Republicans will need to adjust their policies so that they speak to an increasingly urban audience. To do this, conservatives will need to consider how government can be effectively used to encourage competition and efficiency in the problems most relevant to the burgeoning urban middle-class: issues like health care, education and social security.
Rick Morran nimmt sich in dem anderen Republikaner-Retter-Blog „The Next Right“ des Programms der diesjährigen „Conservative Political Action Conference“ (CPAC) an (26. bis 28. Februar, dieses Jahr leider ohne mich) und kommt zu dem Ergebnis: angekommen sind diese Überlegungen in der „konservativen Bewegung“ noch nicht. Das Programm ist bestückt mit verdienten Veteranen des rechten Amerikas, wichtige Kritiker nehmen nicht teil. Und: Veranstaltungen widmen sich dem „Culture War“ (der laut Morran dazu geführt hat, dass die Republikaner als Schwulen- und Frauenhasser wahrgenommen würden und nicht als besonnene Steuer- und Wirtschaftspolitiker) und dem Online-Wahlkampf — nicht aber der Erneuerung des eigenen Programms angesichts einer sich verändernden Realität.
Immerhin eine Veranstaltung im Rahmen der CPAC widme sich Hispanics. Diese wachstumsstarke Bevölkerungsgruppe konnte George W. Bush als texanischer Gouverneur noch für sich gewinnen, auf nationaler Ebene ist sie den Republikanern aber weitestgehend verloren gegangen.
Die Suburbia-Überlegungen sind ja nicht zu Unrecht mit einem „what if“ markiert (zum steigenden Ölpreis im vergangenen Sommer gab es auch schon mal Überlegungen, ob jetzt eine Re-Urbanisierung einsetzen würde, und — sieh da – der Ölpreis sank wieder und der Gedanke ward verworfen). Aber: die letzten zwei Kongress-Wahlen haben gezeigt, dass Suburbia ohnehin schon jetzt nicht so beinhart auf Seiten der Republikaner verharrt, wie Karl Rove das einst annahm.
Let's shake hands:
Keine Ahnung was das PolitCamp09 ist, aber auf Drängen meiner Freundin habe ich mich eben angemeldet. Beträchtliche Teile der ZUENDER-Alumni werden dort auch antreten. Wir können alle im Kreis stehen und unsere Hände schütteln. Oder was man sonst eben so macht, auf dem PolitCamp09.
[Update:] Für alle, denen ich mich nicht persönlich vorstellen kann, habe ich mich nun der Konvention gefügt und eine gute versteckte „About Me“-Seite veröffentlicht, inkl. Mini-Bio und Phantombild.
DeLon zu M.I.A.: "You ain't representing for Sri Lanka, 'cause Sri Lanka wants peace and you want war"; "Fuck your terrorist group"str
Anlässlich der Grammy-Performance von M.I.A. brachte die New York Times gestern einen Artikel über die politischen Statements und unterstellte Tamil-Tigers-Sympathie der Rapperin. Ganz neu ist diese Auseinandersetzung nicht, 2007 führte die Zeile „Like PLO I don’t surrender“ zum MTV-Boykott des Songs „Galang“, M.I.A. selbst brachte die Zeile mit ihrem Einreiseverbot in die USA in Verbindung.
Erst durch den NYT-Artikel bin ich auf das Video des Rappers DeLon aufmerksam geworden, der die Kritik an M.I.A. etwas pointierter vorträgt — auf ihrem eigenen Beat:
[via]
Och nö, ne? Das Massensterben der Zeitungen steht an. Und alle Rettungsideen sind unbeholfen und/oder doof. Was nun?
Walter Isaacson war gestern zu Gast in der Daily Show, um ein Thema zu besprechen, das er für die aktuelle Ausgabe des Time-Magazine auch zu Papier gebracht hat — es ging um Möglichkeiten, die amerikanische Medienbranche zu retten. Diese, so erläutert Isaacson, ist in einer grotesken Situation gefangen: Immer mehr Menschen nutzen journalistischen Content. Und immer weniger bezahlen dafür. Dieser Trend werde von den Medien noch voran getrieben, so Isaacson, indem durch die kostenlose Veröffentlichung von Medieninhalten im Internet Anreize geschaffen werden, kostenpflichtige Abos abzubestellen.
Seine Vorschläge in der Daily Show:
- Verleger, kopiert das Erfolgsmodell von iTunes, und lass eure Leser niedrige Gebühren für das Aufrufen von Artikeln bezahlen!
- Verleger, berechnet Gebühren für Links, die von anderen Websites auf eure Inhalte verweisen! (Schließlich verdienen Nachrichtenaggregatoren wie Digg ihr Geld damit, die Inhalte anderer Seiten zu verlinken. Und Blogs wie Gawker haben ein Erfolgsmodell daraus gemacht, die Inhalte anderer Seiten zu kommentieren. Beide verhalten sich also im Grunde parasitär.)
Ebenfalls gestern postete Jeff Jarvis in seinem Blog einen Eintrag mit Gegenargumenten zu diesen (und anderen) Rettungsideen. Im Grunde reicht es aber auch schon, die Daily Show anzuschauen und dabei zweimal kurz angestrengt nachzudenken. Denn:

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