St. Pauli stirbt langsam, sagt der Molotow-Typ. Offenbar hat er recht.
Okay, wir wollen den Teufel mal nicht an die Hafenwand malen. Aber es fällt nicht schwer Andi Schmidt, dem Betreiber des Molotows, zu zu stimmen, wenn er sagt:
Hier stirbt ein weltbekanntes Szeneviertel.
Nach Rauch- und Glasflaschenverbot und der Schließung des Nobistor (drei Clubs gehen, ein Club kommt – egal wie gut das Uebel und Gefährlich manchmal ist, es bleibt ein schlechter Deal) habe ich mich heute am sprichwörtlichen Frühstücks-Croissant verschluckt, als ich lesen musste, dass das Molotow dicht macht.
Ich erinnere mich, wie ich als Provinz-Teenie das erste mal in Hamburg war und die ältere Schwester eines Freundes uns über den Kiez führte und auf das Molotow hinwies (das an dem Tag leider geschlossen war, wir endeten dann auf einer Raggea-Party in der Astra Stube, es war das erste Mal, dass ich Leute öffentlich Kiffen sah). Später klaute Philipp für unser Fanzine das Artwort der Soul-Parties im Molotow, noch später ging ich auf Hamburg ist Slamburg und Weird-Folk-Konzerte und Indie-Konzerte und Motorbooty-Parties und frag-mich-was in eben jenem Molotow.
Seit einiger Zeit war ich länger nicht mehr im Molotow (okay, ich war auch das letzte Jahr im Ausland, aber). Und fühle mich ein bisschen schuldig, wenn Schmidt sagt:
Wir leiden nicht unter Zuschauerschwund. Das Problem ist der Getränkeumsatz, der schon seit letztem Jahr kontinuierlich sinkt und seit Beginn 2008 vollkommen eingebrochen ist.
Astra statt Frühstücks-Croissants muss jetzt wohl die Devise sein. Und die große Frage: Kann dem Schicksal des Molotows noch entgegen getrunken werden? Schmidt wünscht sich offenbar städtische Unterstützung um das Unheil noch abzuwenden. Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halte. Behördliche Subvention von Indie-Strukturen? Und der Wandel des ganzen Stadtteils wird dadurch auch höchstens verzögert… und vielleicht sind das einfach ganz normale Prozesse… und…
Aber geil ist das trotzdem alles überhaupt nicht.
P.S.: Noch mehr Subkulturnostalgie und Rumgenörgel über den Strukturwandel St. Paulis (getarnt als Bericht über das tolle, kleine Filmfestival “24 Stunden Hamburg”) findet ihr beim zuender.
[via Veronique Leheis, Die Welt]
Wie teuer ist denn da ein Bier?
Ich freue mich immer so ökonimisch sinnfreies wie: “Ja, der Getränkeumsatz geht zurück, deswegen kostet ein Bier jetzt 3 Euro, damit die Leute die sich nicht vorher hackedicht saufen auch schön 20 Euro hierlassen.”
Damit verkauft man bestimmt mehr Getränke bzw. animiert die Gäste. Passiert hier auch im Knaak. Und Beck’s Ice ist bestimmt auch keine Lösung.
Ich kann’s dir nicht mal sagen (s.o.). Aber nächstes Wochenende bleibe ich mal in Hamburg und find’s raus. Ich bin gerade in Leer, was Hamburg, dem “Tor zur Welt”, insofern ähnelt, als dass es laut Stadtmarketing das “Tor Ostfrieslands” ist. Und heute abend gibt es auf der Geburtstagsparty hier Astra. Auch clever von denen: schnell die Marke regional ausweiten und die Getränkemärkte der Provinz penetrieren, bevor das St. Pauli Image nicht mehr trägt, weil auf der Reeperbahn nur noch Sekt getrunken wird. Oder so.
Astra 2 €, soweit ich mich erinnere. Irgendwie schade um den Laden. Und die 50 Euro, die sie mir noch schulden, sehe ich dann jetzt wohl als wohltätige Spende.
was musste ich da im fernen portugal lesen? ich bin halbwegs geschockt, denn für konzerte wars da unten immer noch ziemlich super. schade drum, echt schade.
[...] Frage: Ob er morgen bei Hamburg ist Slamburg im Molotow liest? Ich habe soeben eine SMS bekommen, die tatsächlich bei mir angekommen ist [...]
[...] ist der Hintergrund. Beschlagwortet mit:kaltgetränke, molotow, st. pauli « Neue Fragestellungen in der [...]